
Lage ( ans ). Wer in der Zieglerstadt Konni Deppe nicht kennt, ist entweder selbst schuld oder interessiert sich nicht für
Musik. Schließlich ist sie eine von hier und hat mit ihrer wunderschönen Stimme schon bei so manchem Jazz - Event im Technikum
die Musikfreunde begeistert.
Dem Jazzgesang gehörte bis dato Konni Deppes ganze Leidenschaft. Jetzt hat sie ein neues Terrain
für sich entdeckt. Den alten deutschen Schlager, die schmalzig schönen Lieder der zwanziger bis vierziger Jahre. Halt. Schmalzig
stimmt überhaupt nicht. Wenn ihr - wie beim jüngsten JazzCocktail im Brinkmannschen Haus - so alte Zeilen wie „Bei dir war
ich endlich zu Haus” über die Lippen kommen, getragen von einem zarten aber klaren, sauber geführten und doch leicht vibrierenden
Ton, dann sind sie wieder so wahr, wie sie damals waren und wahrscheinlich immer bleiben werden.
Derjenige, der sie zu dieser
Musik verführte, heißt Andreas Hermeyer. Und er spielt eben diese Musik, bei der einem der Hut hoch ginge, wenn man denn einen
trüge, auf seinem Akkordeon so wahrhaftig und vor allem so gekonnt, dass sie eben nicht wie von gestern, sondern eher wie von
morgen klingt. Die beiden sind nicht die einzigen, die sich daran erinnern, dass sie eine eigene Sprache sprechen, und dass die
irgendwo herkommt, an das man sich trotz alledem und alledem ganz vorsichtig wieder erinnern sollte. Beim JazzCocktail schlich
sich die Musik des Duos in die Ohren derer, die ansonsten mit Pasta, Pizza und Plauderei Leib und Seele verwöhnen.